Geldanlage / Private Finanzen

Die Auswirkungen von Rebalancing

Ein Backtracking-Test mit Rebalancing am Beispiel des Deutschen Aktienindex DAX


Um das Risiko von Aktienanlagen zu steuern ist die individuelle Festlegung der richtigen Aktienquote das effektivste Instrument. Wer beispielsweise nur 20% seiner Ersparnisse in Aktien anlegt, hat die verbleibenden 80% nunmal sicher. Für langfristige Sparer empfiehlt es sich, regelmäßig ein Rebalancing durchzuführen, bei dem man die ursprünglich festgelegte Quote wieder herstellt, wenn sich aufgrund von starken Kursschwankungen Abweichungen zwischen der ursprünglich festgelegten Aktienquote und der tatsächlichen Quote im Depot ergeben. Doch wie genau wirkt sich ein solches Rebalancing auf die Wertentwicklung aus?


Vor ein paar Tagen habe ich mir in meiner Tabellenkalkulationssoftware die Jahresendstände des DAX erfasst und sie in einem Chart dargestellt. Da der DAX im Jahr 1987 mit 1000 Punkten gestartet ist, kann man sich das am besten so vorstellen, als hätte man genau 1000 Euro in den DAX investiert. Die Wertentwicklung des DAX entspricht dann der Wertentwicklung des Depots (Kosten, sowohl einmalige als auch laufende, werden ignoriert).

Dann habe ich ein fiktives Depot erstellt, welches zu 50% aus dem DAX und zu 50% aus Festgeld mit (willkürlich festgelegten) 2% Zinsen besteht. Auch die Wertentwicklung dieses Depots habe ich im gleichen Chart dargestellt.
Allerdings habe ich die einmal durchgeführte Allokation dieses zweiten Depots nicht stur beibehalten, sondern ein jährliches Rebalancing durchgeführt: am Ende eines jeden Kalenderjahres lasse ich die Tabellenkalkulationssoftware das Depot wieder so strukturieren, daß die ursprünglich gewollte 50/50-Aufteilung mit dem neu erreichten Vermögenswert wieder hergestellt wird: bei fallenden DAX-Kursen werden also ein paar DAX-Anteile nachgekauft, und bei steigenden Kursen ein paar DAX-Anteile verkauft, und zwar immer genau so, daß wieder eine 50/50-Aufteilung mit dem zum Jahresende erreichten Gesamtvermögen erreicht ist.

Das selbe wiederholte ich für andere Quoten: für 20% DAX und 80% Festgelt, sowie für 30/70, 40/60, 60/40 und 70/30 - und, zum Vergleich noch 0/100, also die reine Festgeldanlage ohne jedes Aktienrisiko.

Am Ende entsand diese Graphik (anklicken für Vollbildmodus):
Rebalancing mit DAX und Festgeld

Was ist nun so interessant an den Charts?


Für mich ergab alleine die Betrachtung des Charts mehrere Erkenntnisse, die ich sehr interessant finde:
Insgesamt zeigt die Graphik, wie durch Rebalancing Kursverluste in steigenden nach-Crash-Jahren viel schneller wieder aufgeholt werden als bei einem 100% DAX-Portfolio (was genauso für ein Teils/Teils-Portfolio ohne Rebalancing gilt, obgleich dieser Fall nicht in der Graphik dargestellt ist). Daß diese Aufholjagt umso schneller erfolgt, je geringer die Aktienquote ist, versteht sich dabei fast von alleine.

Mir hat die Graphik geholfen, die für mich passende Aktienquote zu finden beziehungsweise zu bestätigen.

Einschränkungen


Bei aller Begeisterung für die simple Graphik soll aber auch an die Einschränkungen erinnert werden:



3. Februar 2013, zurück zur Startseite. Admin: Artikel editieren



Kommentare

Von Markus am 03.02.2013.
Hallo Christoph,

ich habe etwas Schwierigkeiten mit Deiner Artikelüberschrift. Ich sehe in Deinen Graphen zwar den Wertverlauf von regelmäßig umgeschichteten Depots mit unterschiedlicher Aktienquoten, aber welchen Einfluß die Depotgewichtungen haben und welchen Einfluß tatsächlich das Rebalancing hat, erschließt sich mir nicht. Hättest Du noch die Endwerte/Verläufe der nicht regelmäßig umgeschichteten Depots mit einbezogen, hätte man vielleicht noch mehr erkennen können. So habe ich beim Lesen des Artikels den Eindruck, dass die Effekte rein an die Aktien gekoppelt sind.
Könntest Du die Infos noch nachliefern oder in den Artikel mit aufnehmen? (Sollte ja vom Aufwand her geringer sein als im Umschichtungsfall.)

Von Christoph (URL) am 04.02.2013.
Hallo Markus,
da hast Du völlig Recht.
Mir ist auch aufgefallen, daß man das noch vergleichen sollte, nur wäre die Graphik dann völlig überladen.
Ursprünglich ging es mir auch gar nicht darum, den Vergleich zwischen Rebalancing und reinem Buy-And-Hold zu ziehen, sondern darum, den Effekt zu visualisieren, daß Rückschläge durch Rebalancing schneller aufgeholt werden als beim 100%-Investment.
Erst, als die schöne Graphik fertig war, kam mir der Gedanke, einen Artikel draus zu machen. Und der wirkt jetzt unvollständig. Und deswegen werde ich demnächst noch einen zweiten schreiben (mit dem von Dir angeregten Vergleich).
Also, danke für den Hinweis!

Von Markus am 13.04.2013.
Hallo Christoph.
Es ist ganz schön still um Dich geworden. Ich hoffe, es ist nur
Zeitmangel, der Dich vom Schreiben abhält. Würde mich
freuen, wieder von Dir zu lesen.
Gruß
Markus

Von Christoph (URL) am 16.04.2013.
Hallo Markus,
freut mich, daß Du nachfragst! Es ist in der Tat
"nur" ein Zeit- bzw. Prioritäten-Problem.
Ich werde hier auch definitiv weitermachen, nur
nicht in den nächsten Wochen...
Viele Grüße, Christoph

Von Markus am 16.04.2013.
Na, da bin ich ja beruhigt. Drücke Dir (nicht ganz uneigennützig ;-)) die Daumen, dass Du bald wieder Zeit findest.

Von Silvia (URL) am 12.06.2014.
Eine sehr schöne Übersicht mit ganz wichtigen Informationen. Vielen Dank dafür.

Von Manfred (URL) am 11.01.2016.
Die Frage ist nur wo man in einem absoluten
Niedrigzinsumfeld die verbleibenen 80% anlegt ?
:-)

Von hannah (URL) am 29.02.2016.
Seit ich diesen Artikel zum ersten Mal las, frage
ich mich wie er denn unter den aktuellen
GEschehnissen aussehen würde? :-) wäre interssant
zu lesen LG Hannah

Von Christoph (URL) am 02.03.2016.
Auch wenn der Blog praktisch schläft: die Graphik aktualisiere ich immer noch einmal im Jahr, so dass sie aktuell bleibt.

Von martin (URL) am 27.06.2016.
gibt es nach dem BREXIT eine Aktualisierung? wäre
jetzt nach dem 1100 Pkte crash sehr interessant

Von Christoph (URL) am 27.06.2016.
Hallo, die Updates bringe ich ganz bewusst einmal im Jahr, immer zur selben Zeit (Neujahr).
Es geht ja gerade darum, langfristige Effekte aufzuzeigen, die man hat, ohne auf Nachrichten zu reagieren.

Von Johannes (URL) am 04.07.2016.
also die chart Analyse hat schon was allerdings
nur mittel bis langfristig! kurzfristig beweist
das nichts und man fährt unter Umständen durchaus.
Wenn man etwa Rocco Greafe ansieht, den ich für
den besten halte dann darf man das auch nicht
unbeding wortgetreu nehmen und er gibt selbst zu
dass er zu ca 50% falsch liegt.

Von Zorro (URL) am 31.07.2016.
Also ist immer interessant dass man sich mal
ältere Artikel anguckt. Gerade hier sieht man ja
mal nen Volltreffer (gratuliere) aber bei manchen
stimmen sogar die mittelfristigen Chartanalysen in
keinster Weise!

Von arianne (URL) am 30.08.2016.
wäre mal interessant ne Einschätzung zum aktuellen
DAX Geschehen zu lesen! Vielfach ist man ja der
Meinung (zB Rocco Gräfe) dass der DAX diesen Ende
des Monats ja am Scheidepunkt steht. Entweder hopp
oder dropp jetzt :-)

Von barbara (URL) am 01.12.2016.
gerade jetzt ist der Markt ja wieder an der Koppe.
Man weiß nicht so recht wie sich das REferendum
etwas in Italien auf die Märkte auswirken wird.
Abwarten ist wohl das Beste derzeit. Nächste Woche
gehts wieder weiter :-)

Von vivienne (URL) am 28.12.2016.
Scheinbar stehen wir im DAX vor neuen Highs! Bin
mal gespannt wie das Jahr 2017 verlaufen wird :-)
Bei dieser Gelegenheit möchte ich natürlich nicht
verabsäumen, auch die besten Wünsche für das neue
Jahr 2017 zu übermitteln 

Von manfred (URL) am 29.12.2016.
also ich lese grad Analysen von Heiko Thieme und
Mr Dax! Thieme ist ab Mai eher pessimistisch aber
bisdahin eher optimist. Bin mal gespannt auf 2017

Von andreas (URL) am 03.01.2017.
nach dem tollen Start ins Jahr 2017 fragt man sich
schon wann mir die 12000 im DAX sehen werden? im
Januar?

Von gerald (URL) am 04.01.2017.
also ich verfolge hauptsächlich auch Rocco's
Analyse. Heute vor allem sehr interessant dass er
von einer V förmigen Umkehrschleife spricht, die
bearish ist


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